Samstag, 20. Oktober 2012

[Rezension] Die Bücherdiebin

Eingestellt von Kate am 20.10.12
Reaktionen: 




Autor: Markus Zusak
Seiten: 608
Preis: 9, 95 Euro
Verlag: blanvalet
Originaltitel: The Bokk Tief
Taschenbuch
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Inhalt

Selbst der Tod hat ein Herz …

1939, Nazideutschland. Liesel lebt bei Pflegeeltern in der Himmelstraße in Molching. Sie sieht die Juden nach Dachau ziehen. Sie erlebt die Bombennächte über München. Und überlebt: weil der Tod sie in sein Herz geschlossen hat. Sie – und die Menschen aus der Himmelstraße.
Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet.
Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns ...

Autor


Als Teenager las Markus Zusak am liebsten Hemingway und schwärmte für den Film"What's Eating Gilbert Grape", der auf einem Roman von Peter Hedges basiert. Seine Mutter erzählte oft, wie sie als Kind das Bombardement auf München erlebt hatte und mitansehen musste, wie man jüdische Menschen ins KZ Dachau trieb. Daraus entstand bei Markus Zusak, geboren 1975, das dringende Bedürfnis zu schreiben. Mit 16 begann er damit. Mittlerweile gehört Zusak zu den renommiertesten Jugendbuchautoren der Welt. Seine Bücher "Der Joker" und "Die Bücherdiebin" sind preisgekrönte Bestseller, die nicht nur junge Leute berühren. Privat spielt der Familienvater Fußball, liebt Filme und nutzt seinen Wohnort Sydney auch als Möglichkeit zum Surfen (im Meer) - um ab und an dem Schreibtisch zu entfliehen.

Meinung

An diesen Tagen, frühmorgens in der Küche erweckte Papa das Akkordeon wahrhaftig zum Leben. Ich denke, das ist einleuchtend wenn man darüber nachdenkt.
Woher weiß man, ob etwas lebendig ist?
Man schaut nach, ob es atmet.

( Seite 44 cbt- Ausgabe)
 
Es gibt nicht viele Menschen die den Tod mehr als einmal zu Gesicht bekommen, doch Liesel Meminger ist einer dieser Menschen. Zum ersten mal sieht sie ihn mit zehn, als ihr Bruder starb und sie ihr erstes Buch stahl. Von da an sollte sie dem Tod noch genau  dreimal entgegenblicken.

Liesel wächst in einer sehr schweren Zeit auf. Da ihre Mutter sie nicht versorgen kann wird sie zu einer Pflegefamilie geschickt, den Hubermanns. Sie freundet sich mit ihrer neuen Familie an und auch mit dem Nachbarsjungen Rudi mit dem sie viele Abenteuer unternimmt, doch als ihre Eltern einen Juden zu Hause im Keller verstecken müssen, hören die unbeschwerten Tage auf...

Die Bücherdiebin ist ja schon fast ein Must Read, aber ich habe mich nie getraut, da ich gedacht habe, es sei in einer alten Sprache geschrieben und viele können nichts mit dem Schreibstil anfangen, also erst mal zum Schreibstil.

Das Buch wird nicht, wie erwartet, von Liesel erzählt, sondern vom Tod, der Liesels Geschichte erzählt. Einerseits wird es in der ich-Perspektive erzählt, doch für mich scheint es auch ein allwissender Erzähler zu sein, es ist so eine Art Mischmasch. Da der Tod die Geschichte bereits kennt, hat er auch keine Scheu davor zu spoilern, also das Ende vorzuziehen.

Außerdem macht der Tod auch öfters mal Unterbrechungen wie hier :(linke Seite)
Um einen Kommentar abzugeben, oder etwas zu erklären etc.

Vielleicht stört das einige, aber ich fand es faszinierend, denn so wirkte es authentischer, als ob es wirklich der Tod war, der diese Geschichte erzählte.
Und die Sprache war vollkommen normal, überhaupt kein bisschen altmodisch.


Die Geschichte war wundervoll.
Ich habe ich vorher schlau gemacht und gefragt wie es denn anderen so gefallen hat und viele haben gemeint, dass sie am Ende weinen müssten, oder auch zwischendrinnen, es soll also traurig sein.
Aber es war nicht nur traurig.
Dieses Buch hate viele Facetten: Es war traurig, sarkastisch, witzig, dramatisch und lehrreich.

Auch hatte ich Angst, weil das Buch zur NS Zeit spielte, dass es eine Menge geschichtlicher Daten o.Ä geben würde und um ehrlich zu sein, das ist nicht mein Ding. Natürlich wollte ich auch nicht unbedingt blutige Szenen lesen, aber ich kann euch versichern, diese Ängste waren völlig umsonst.

Und genauso waren die Charaktere, facettenreich und so so real und greifbar, wie es nur wenige sind.
Liesel ist mir natürlich besonders ans Herz gewachsen. Schon der Name strahlt eine solche Unschuld aus, man sah die Welt aus den Augen eines kleinen unschuldigen Mädchen, das langsam zum Dieb wurde, zu einem unschuldigen Dieb, falls das Sinn ergibt.

Vor dem Ende hatte ich wahnsinnige Angst, da ich immer anfange zu heulen, wenn etwas trauriges passiert, immer bei Filmen, bei Büchern, überall, deshalb war ich überrascht, dass ich nicht geweint habe. Aber ich denke ich weiß warum. Das Ende war traurig keine Frage, aber irgendwie wusste ich ja schon am Anfang , dank dem Erzähler, was passieren würde und somit war es kein richtiger Schock mehr, da ich mich schon darauf vorbereitet hatte, trotzdem war es ein grandioses Ende.



Fazit


Jetzt weiß ich endlich warum so viele Menschen von diesem Buch schwärmen und kann es ihnen nun gleichtun.
Der Schreibstil ist wahrhaftig anders und manche könnte das abschrecken, aber ich fand diese Art von Stil sehr originell und vor allem wirkte das gesamte Buch dadurch authentischer.
Die Charaktere waren alle liebenswert, auch wenn es anfangs nicht danach erschien.
Der Plot, wie schon gesagt facettenreich wie nur wenige Bücher, es ist etwas für jeden dabei, sogar eine kleine Liebesgeschichte, die unglaublich süß war.
Dieses Buch verdient es 6 Punkte zu bekommen.

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